Peking / Beijing

Die Reise nach Peking traten wir per Schnellzug an. Dem schnellsten der Welt. Mit knapp 400km/h ging es von Shanghai durch viele Provinzen bis in die Hauptstadt Chinas.

In der großen Metropole mit gut 21 Mio. Einwohnern und einer Ostende bis Westende Entfernung von über 200km, herrscht allerdings eine etwas ruhigere Grundstimmung als im pulsierenden Shanghai.

Es ist eben der Regierungshauptsitz der chinesischen Verwaltung.

Beijing ist Kultur und Geschichte. Prägende Prachtbauten der Dynastien zieren die Stadtfasaden – ummantelt von super modernen Wolkenkratzern und empirischen Politgebäuden.

Himmelstempel bzw. Himmelsaltar – Tiantan Park

Hier beteten die großen Kaiser der Ming und Qing Dynastie (1368-1911) für eine gute Ernte.

Geschützt durch eine riesige Doppelmauer, erstreckt sich dieses Areal mit den drei Hauptattraktionen

  • Halle der Ernteopfer
  • Halle des Himmelsgewölbes
  • Hügelaltar

auf sage und schreibe 2.7 Mio. Quadratmeter.
Ergo noch größer als die verbotene Stadt. Was den Hintergrund hat, dass den Söhnen des Himmels (Kaiser)  es verboten war Anlagen zu bauen, welche großer waren als die irdische Residenz des Himmels – dem Himmelspalast.

Zusammen mit den weitläufigen Parkanlagen kann man hier also gerne auch mal mehr Zeit verplanen.

Besonders beeindruckt war ich von der Halle der Ernteopfer.

Renternsport am Morgen

 

Chinesische Rentner welche sich jeden Morgen ab 9Uhr zum Sport, Karten spielen oder Diskutieren treffen.
Ein wahrlich tolles Schauspiel!
Man sieht hier Personen jenseits der 70er welche am Reck turnen oder ein Spagat zaubern.
Hier wird körperliche Gesundheit groß geschrieben.

Unser Guide berichtete das man in China so gut wie keine Pflegeheime hat und wenn, dann kann man sich diese nicht leisten.
Die Leute in China bleiben dann lieber fit und rüstig, bevor sie der Familie zur Last werden.

Tian’an Men – Platz des himmlischen Friedens

Wenn du schon mal von einem großen Versammlungsplatz oder einem Nationalen

Monument der Grösse halber beeindruckt warst, wirst du hier definitiv aus dem Staunen nicht raus kommen. Dieser Platz ist dermassen riesig und strahlt eine Macht aus, die sich selbst die Russische Regierung am roten Platz wünschen würde.

Mit 440.000m2 sind wir Zeuge des größten Versammlungsplatzes der Welt geworden.

Gut eine Million Menschen soll man hier unterbringen können.

Allerdings werden bei offiziellen Festen nur geladene Gäste geduldet.

Der Vorhof zur verbotenen Stadt wird von Militär und Polizei sehr genau bewacht.

Besonderes Augenmerk:

Es stehen jeweils ein Vertreter des Heeres, der Luftwaffe und der Marine im Vierschicht-Takt auf einem erhobenen Podest und repräsentieren chinesische Macht. Die Jungs dürfen sich vier Stunden lang nicht rühren.

Man sieht lauter stolze chinesische Touristen die sich unter der einzigen mit Sternen bedruckten Landesflagge auf dem gesamten Areal Fotografieren lassen.

Jene welche, die bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang mit einer militärischen Zeremonie gehisst oder eingeholt wird.

Verbotene Stadt

Direkt auf der gegenüber liegenden Seite des Tianenmen Platz erstreckt sich nach einer nostalgischen Brückenüberquerung der Haupteingang in die verbotene Stadt.

Viele Militärs standen hier links und rechts auf einer Linie bewachen den Eingang.

Mit etwas Glück, erlebt ihr die Wachablösung, so wie wir.

Im Stechschritt durch die Massen mit eiskaltem Blick marschierten die Militärs zu ihrem Posten. Sehr beeindruckend.

Und nun ab in die verbotene Stadt…

Wieso überhaupt verboten?

Nun, ein anderer Titel dieser „Stadt“ ist auch Kaiserpalast.

Hier lebten die Kaiser bis in die 1940er Jahre mit ihrem Gefolge, den Konkubinen und Ihrer Familie. Und nur diese durften das Gelände betreten.

Und wie man es sich bereits zu denken vermag, gab es wohl sehr viele Onkels, Neffen und Konkubinen welche alle eine Unterkunft für sich brauchten.

Und der Kaiser höchst persönlich wollte eben auch den ein oder anderen Gebetsraum, Strategieraum, Entspannungsraum usw. haben.

Und deshalb ist dieses Areal wieder einmal sehr riesig und prunkvoll.

Was gibt’s zu sehen:

Wunderschöne Architektur, umwerfende Relikte aus über 1000 Jahren chinesischer Geschichte und eine Kulisse die du nie wieder vergessen wirst.

Hu-Tong´s

Die Hu-Tong´s sind Pekings traditionelle „Armenviertel“.
Wie man bereits vermuten kann, wohnen hier Familien auf engstem Raum und teilen sich mit anderen Familien Toiletten und Waschräume.

Viele Familien bauen hier auf die jüngste Generation welche studieren soll und die Lebenslage der gesamten Familie verändern soll.

In den Hutongs ist es nicht dreckig. Manchmal riecht es etwas seltsam.
Es gibt viele kleine Läden, die Lebensmittel oder Getränke verkaufen. Friseure, Lokale und Handwerksgeschäfte.

Es wirkt so, als hätte man hier eine eigene kleine Stadt mitten in Peking, die unabhängig von der Metropole existiert.

Chinesische Mauer Changing

Einmal die chinesische Mauer sehen – ein Ziel welches ich bereits lange hatte.

Nun ist es wahr geworden.

Es gibt viele Abschnitte der chinesischen Mauer nahe Pekings.

Die einen mehr touristisch erschlossen, die anderen weniger.

D.h. wer nicht laufen will, sondern mit der Seilbahn fahren und mit der Rodelbahn wieder hinunter sausen will, dem sind die touristisch beliebten Mauerstücke angeraten.

Wer allerdings denkt das an den anderen Teilen der Mauer nichts los ist, der liegt falsch.

Es ist überall Publikumsvekehr.

Die Mauer ist ein Prachtbauwerk welches seiner gleichen Sucht. Mit insgesamt 26.000km und einem durchgehenden Mauerwerk von 2.500km bei Peking siehst du hier den größten Mauerabschnitt der Welt.

Blickst du nach oben, wird dir bewusst das es hier gefühlt 45grad und mehr Steigung zu überwinden gibt.

Mit Handläufen die gerade einmal 70cm hoch sind und Stufen die bis zu 60cm empor steigen ist „Challenge accepted“ die beste Motivation um auf einen der horizontalen Bergpässe zu gelangen um dort den sagenhaften Ausblick auf das größte Bauwerk der Welt zu geniessen.

Wie lange brauchst du bist zu einem horizontalen Pass?

Ich war mit rund 45 minuten gut bedient und total erschöpft.

Bedenke: nach unten gibt’s den selben erschwehrlichen Weg.

Für alle Sportmuffel und Lungenerkrankten rate ich lieber das Mauerstück mit der Seilbahn zu nehmen.