Prolog

Ich habe in Süd Afrika eine der wohl atemberaubendsten Erfahrungen meines Lebens machen dürfen. Eine Safari im Kariega Game Reserve.

Das Kariega Game Reserve ist ein privat geführtes Wildreservat am Ost Kap Süd Afrikas mit einer Größe von 10.000 Hektar. Etwa eine Stunde entfernt von Port Elizabeth ist es auch gut für einen puren Safari Urlaub geeignet.

Was unterscheidet das Kariega von anderen Wildreservaten wie etwa dem Krüger National Park?

Im Krüger NP kann man mit dem eigenen Auto durch die Wildnis fahren, was ich angesichts der Gefährdung für Mensch und Tier etwas strittig sehe.
Im Kariega darf man lediglich mit den Rangern, welche viel zu den Tieren und deren Lebensräumen erklären, durch das Areal fahren. Dies hat zum Vorteil dass man die wilden Tiere oft findet und nicht privat lange Pirschfahrten ins ungewisse machen muss.

Story

Als die Sicherheitstore hinter uns wieder schlossen erblickte ich in der Ferne pure grüne Bergtäler umgeben vom Nebel des Morgentaus und ein paar Giraffen welche neben uns am Wasserloch tranken. Diese nahezu surreale Welt aus purer Wildnis lies mich nur an eins denken: „Willkommen im Jurassic Park.“

Es ist 5 Uhr morgens, es sind 9 Grad Celsius und der Nebel des Tauwetters lässt die Landschaft wie das Set eines Hollywood Streifens wirken.
Wir fahren mit unserem etwas in die Jahre gekommenen Toyota Land Cruiser, ohne Dach, aber mit bequemen Sitzen, in einen der Eingänge des Game Reserve um von hier an für drei Stunden auf Safari Fahrt zu gehen.
Heute sind wir auf der Pirsch nach den Löwen welche in der Nacht ein großes Rudel Gazellen gerissen haben sollen, gab der Ranger noch als Info auf den Weg. 

Wir fahren vorbei an einer Breitmaul Nashornfamilie – Eine Mutter mit Ihrem Kalb steht nun gute drei Meter von unserem Wagen entfernt, der Motor ist aus, und wir beobachten die wunderschönen Dickhäuter in freier Wildbahn. Hinter und neben mir die Auslösegeräusche der Kameras. Die Nashörner lassen sich beim Grasen nicht stören. 

Weiter geht es auf guten Pfaden für die Autos, welche die Löwen nutzen, da dies effizienter ist. Der Löwe ist eben auch nur eine faule Katze, ergänzte der Ranger.
Wir sehen Skelette am Wegrand – der Ranger gibt zu verstehen dass die Löwen sicherlich noch in der Nähe sind, so vollgefressen sie sind.

Nach gut 45 Minuten haben wir sie gefunden, eine Löwenmeute mit zwei Weibchen und einem Löwen. Zwei der Löwen kommen auf einen der Pfade direkt auf uns zugelaufen.

Der Ranger stellt den Motor ab und wir warten. Die Katzen fühlen sich nicht gestört von uns und laufen neugierig weiter auf uns zu. Als die Löwen an unserem Auto sind schlägt das Herz schneller – man begegnet einen wilden Löwen nicht jeden Tag.
Der Löwe schlendert an der Seite des Autos an der ich sitze, keine 30cm von mir entfernt, vorbei und schnuppert lässig, ob es etwas zu holen gibt. Mein Atem stockt, meine Hände schweiß nass.
Der Löwe entspannt und lässig. Läuft vorbei und würdigt uns kaum eines Blickes. 

„Die gehen jetzt ihre revierrunde, satt sind sie ja“ scherzte der Ranger.

Nach guten 90 Minuten Safari suchte uns der Range eine ruhige und abgelegene Stelle oberhalb eines Flusses im Dickicht um einen kleinen Happen zu essen.
Wir bemerkten dass unter uns im Fluss Nilpferde sind. Diese trieben federleicht nur mit den Ohren, Augen und Nasen oberhalb des Wasserspiegels umher. Ein Nilpferd entdeckte uns und machte mit einem Angriff auf einen herunterhängenden Ast klar wer hier der stärkere ist.
Wir gingen also lieber wieder zum Auto.
Nach einem entspannten Kaffee fuhren wir wieder weiter. 

Wir sehen noch Pavian Clans welche anders als die urbanen Paviane noch Ehrfurcht vor Menschen haben. Wasserbüffel und Wildebeests die Grasen. Der Ranger erzählt Geschichten und viel Wissenswertes zu jedem einzelnen Tier welches wir sehen.

Nach gut drei Stunden ist die Safari vorbei und wir verlassen den „Jurassic Park“ wieder durch das Schleusentor um uns gemütlich ans Frühstücksbuffet zu setzen und den Blick über das Kariega Tal zu genießen. 

Den Vormittag und Mittag entspannen wir bei gutem Kaffee und geselligen Runden mit anderen Gästen des Reservats.

Ab 16Uhr ging es los zur Abend Safari

Der Ranger holt uns wieder mit dem riesigen Geländewagen ab und wir sitzen insgesamt zu sechst im Wagen.
Hinein ins Abenteuer!

Der Ranger möchte uns nun die afrikanischen Elefanten zeigen, was nicht so einfach ist trotz der enormen Größe der Tiere.

Wir fahren also in etwas abgelegenere Gebiete im Reservat des Kariega um Elefanten zu erspähen. Weit und breit nichts – nach guten Dreißig Minuten Suchen, finden wir dann eine kleine Elefantenfamilie mit der Elefantenkuh, zwei kleinen Kälbern und einem Sohn im besten Jugendalter (10 Jahre). 

Der Ranger macht uns darauf aufmerksam dass es sich bei dem jugendlichen Elefant um einen aufmüpfigen Teenager handelt, der bald die Herde verlassen und sich einer anderen anschließen muss. Das Gesetz der Natur hat gesprochen. Dem Elefant gefällt das nicht.
Und kaum hat der Ranger uns gewarnt geht der Elefant mit Drohgebärden auf uns zu – er stampft mit seinen großen Beinen auf den Boden und wackelt mit den Ohren. 

Wie ich bei National Geographic gelernt habe, bedeutet dies: Angriff.
Wir sind in seinem Revier und das will er nicht akzeptieren.

Der Ranger beruhigt uns mit Souveränität und versichert dass uns nichts passieren wird – der will nur spielen.

Also spielen wir. Der Jungbulle rennt frontal ans Auto und schubst es als wäre es eine leere Getränkedose. Mehrere Drohangriffe von vorne und die Truppe im Auto ist in Panik.
Der Ranger spricht mit dem Elefanten, schreit laut, tapst auf seinem Kopf und drück die gefühlt 5 Tonnen Maschine einfach weg.
Nachdem er den Motor aufheulen lässt, fühlt sich der Elefant eingeschüchtert und verschwindet ins Dickicht.
Dann plötzlich schießt er mit einer neuen Attacke von der Seite aus dem Busch und trifft fast unser Auto.
Unser Ranger erklärt uns das wir diese Situation jetzt einfach überstehen müssen, sonst würde uns der Bulle verfolgen und wir zeigen schäche.
Nach etwa fünf minuten lässt der Jungbulle ab von uns und zieht mit seiner Familie weiter.

Was für ein wahnsinniges Abenteuer.

Wir machen noch eine entspannte Pause und genießen den Sonnenuntergang mit einigen Gnus im Hintergrund.

Zurück durch die schleusen und auf geht’s zum Abendessen Buffet.

Aufenthalt:

Wir haben hier zwei Nächte in einem Main Lodge Chalet verbracht. Unser Chalet war direkt an einem Steilhang des Kariega Valley mit atemberaubenden Ausblick und tollem Sonnenuntergang direkt auf der Terrasse.
Die Ausstattung war super. Das Essen war fabelhaft. Der Service erstklassig.
Es gibt die Möglichkeit in einen der vier anderen Lodge Umgebungen zu übernachten, diese sind jedoch wesentlich teurer.

Kosten: 255EUR/pro Person / Nacht
inkl. Vollpension mit Buffett

It is not only worthwhile for a pure safari holiday, but also for a Garden Route stop.
Because of the very good location at the Eastern Cape about 1.5h drive from Port Elizabeth, you can fly home very well from here.

Es lohnt sich nicht nur einen puren Safari Urlaub zu machen. Man kann wie wir es gemacht haben, den Kariega Game Reserve in eine Garden Route Tour einplanen. Von hier aus sind es nur 1.5 h Fahrtzeit bis nach Port Elizabeth, von wo man nach Hause fliegen kann.

Für weitere Informationen checkt: https://www.kariega.co.za/

Foto Ausrüstung welche ich verwendet habe während der Safari (Affiliate links to Amazon):
Fujifilm X-T2 Body
Fujifilm X-Pro2 Body
Fujinon 50-230mm Lens (Superb Quality for it´s Price)
Fujinon 55-200mm Lens (Bigger but better quality)
Fujinon 35mm f2 (on my X-Pro2)
Fujinon 23mm f1.4 (the Storyteller)

GOBE Filters – Always on my Lenses
Travel Tripod
Lowepro Backpack

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.